Autobahn A 3 verbreitern – Ich warne vor voreiligen Entscheidungen…

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A3-Ausbau: Acht Spuren nicht vor 2025
Erkrath: A3-Ausbau: Acht Spuren nicht vor 2025

Mehr als 130 000 Autos rollen täglich über die Autobahn 3. Und es werden immer mehr. Frühestens 2025 sollen acht statt bislang sechs Spuren zur Verfügung stehen. FOTO: achu
Erkrath. Straßen.NRW verspricht: Erkrath wird in die Planungen einbezogen. Grüne wolle eine Unterführung im Kreuz Hilden. Sie fürchten eine zu große Lärmbelästigung von dem geplanten Überflieger. Von Isabel Klaas

Die Angst der Erkrather vor zunehmender Lärmbelästigung nach dem Ausbau des Hildener Kreuzes sitzt tief. Achtspurige Fahrstreifen auf der A3 und Überflieger sind die Reizworte. Sie werden erneut Thema im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr am 27. August sein.

Mittlerweile gibt es eine Stellungnahme von Straßen.NRW. Danach verspricht die Behörde vor dem achtspurigen Ausbau der A3 eine ausführliche Umweltverträglichkeitsanalyse. Auch die Lärmwerte würden natürlich eingehalten, heißt es in einem Schreiben an die Stadt. Danach sollten für Wohngebiete 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht sichergestellt sein. Der städtische Lärmaktionsplan sieht laut Verwaltung nur Grenzwerte von 65 und 55 Dezibel vor.

Die Politiker hatten sich im Juni dieses Jahres bereits auf eine Resolution zum Thema Autobahnausbau mit folgenden Kernpunkten geeinigt: höchstmöglicher Lärmschutz für die Anlieger, unverzügliches Aufbringen des Flüsterasphalts zwischen dem Hildener Kreuz und der Ausfahrt Mettmann und Beachten des Lärmaktionsplanes. Man erwarte darüber hinaus ein schriftlich festgelegtes Gesamtkonzept der Baumaßnahmen und eine sofortige Information über jegliche Änderung der Pläne sowie das Einbeziehen der Bürger in die Planungsvorhaben, hieß es.

Auch hier verspricht Straßen NRW: „Bei allen Planungsschritten wird die Stadt Erkrath eingebunden sein.“ Nach neuen Erkenntnisse wollen die Grünen nun vor allem den geplanten Ausbau des Hildener Kreuzes in den Fokus rücken, so Ratsherr Marc Göckeritz. „Da bestehen wir auf einen Tunnel.“ Vom geplanten Überflieger, der das Einfädeln in den Verkehr vereinfachen soll, befürchten sie eine zu große Lärmbelästigung. Außerdem ist noch nicht ganz klar, inwieweit der städtische Lärmaktionsplan Einfluss haben wird. Im März betonten die Grünen darüber hinaus: „Das Vorhaben des Autobahnausbaus ist mit den Entwicklungszielen der Stadt Erkrath als attraktives Wohnumfeld für junge Familien mit hoher Lebensqualität und Grünflächen zur Naherholung nicht in Einklang zu bringen.“ Der Ausbau beanspruche nicht nur weitere Versiegelungsflächen, sondern bringe auch eine zu erwartende Zunahme von Lärmimmissionen mit sich. Wenn denn der achtstreifige Ausbau tatsächlich kommen sollte, kann das laut Straßen NRW nicht vor 2025 sein. Erst einmal stehe das Vorhaben nur auf einer „Wunschliste“, die zwischen den Bundesländern und dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt sei. Bei den Grobvorentwürfen zum Autobahnkreuz Hilden würde eine Rampe sowohl in Tief- als auch in Hochlage überprüft. Da es sich um eine wesentliche bauliche Änderung handele, werde der Lärmschutz auf Grundlage der Lärmvorsorge nach dem Bundesimmissionschutzverordnung gewährt. Allein in Erkrath sind heute mehr als 1000 Menschen von den Emissionen der Autobahn betroffen.

Quelle: RP

Ich freue mich, dass ich in Gesprächen mit Verkehrsminister Groschek mitbewirken konnte, dass die Tunnellösungen / „Unterflieger“ überhaupt noch ins Prüfverfahren einbezogen werden. Das ist viel wert. Wenn für die Planungen im Blick auf 2025 durch die dann nötige Einhaltung viel höherer Lärmschutzgrenzwerte als derzeit besserer Lärmschutz für die erkrather erzielt werden könnte, muss das sorgfältig abgewogen werden. Bloß „nein“ zu einem etwaigen Antrag auf Aufnahme in ein künftiges Straßenbauuntersuchungsprogramm zu sagen, reicht da nicht, das wäre aus meiner Sicht zu kurz gesprungen!

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