„Lebe wohl, guter Freund“!

Bringfried Metzner

Aus meinem letzten Gruß, meiner Trauer-Ansprache für Bringfried Metzner…

Wer nichts weiß, liebt nichts.

Wer nichts tun kann, versteht nichts.

Wer nichts versteht, ist nichts wert.

Aber wer versteht,

der liebt, bemerkt und sieht auch…

Je mehr Erkenntnis einem Ding innewohnt,

desto größer ist die Liebe…

Wer meint, alle Früchte

würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif,

versteht nichts von den Trauben.

Paracelsus, zitiert von Erich Fromm als Eingangstext zu seinem Buch „Die Kunst des Liebens“

 

Liebe Ursula,

liebe Inken und lieber Arne,

liebe Familie Metzner,

liebe Weggefährten und

Freundinnen und Freunde hier in der Trauergemeinde,

 

„Wer nichts weiß, liebt nichts.

Wer nichts tun kann, versteht nichts.

Wer nichts versteht, ist nichts wert.

Aber wer versteht,

der liebt, bemerkt und sieht auch…“

 

Bringfried hat gewusst, sehr viel gewusst.

Er hat verstanden, sehr gut verstanden,

er hat geliebt, bemerkt und gesehen.

 

Das umfassend zu beschreiben und zu würdigen ist nicht möglich, schon gar nicht in drei bis fünf Minuten, die mir als Zeit vorgegeben sind. Aber das passt auch zu Bringfried, wie oft hatte er mir gesagt, ich solle nicht so viel Text schreiben, nicht zu lange reden…

So hat jede und jeder hier Bilder im Kopf. Situationen in der Familie, Ereignisse in der Schule, mit Kindern, mit KollegInnen, überhaupt: die Schule – seine Schule Falken­straße.

Die Jonges, Heimatforschung und Geschichtsschreibung, „Usser Dorp“, seine Akribie und seine Sammelleidenschaft(en), Streithähne beruhigen und wieder zusammen führen…

Der Homo politicus, der sich nicht in die erste Reihe drängte, dessen Wort aber Gewicht hatte und allseits geschätzt, mitunter auch gefürchtet war.

Ein Mann, der mit Wort und Tat dabei war und sich für nichts zu schade war, wenn es einer guten Sache diente. Gab es eines unserer SPD-Kinderfeste, wo er nicht den Abwasch gemacht hätte?

Die Jugendmusikschule, die Volkshochschule, die ganze Schullandschaft hier, Stadt­büchereien, Kulturprogramme, das alles hat er mitgeprägt, da lässt sich  auch heute, bald ein Jahrzehnt nach seinem Ausscheiden aus dem Rat, noch seine Handschrift erkennen.

Mir war er immer ein väterlicher Freund und Ratgeber im Persönlichen wie in der Politik, was nicht immer leicht für mich – mitunter ein Sturkopf – anzunehmen war. Doch in aller Regel hatte er „Recht“…

Und überdies war er einer der zuverlässigsten Gefährten in der Not, was das Wort  „Genosse“ ja eigentlich bedeutet.

Wir haben alle von ihm gelernt, wir haben gemeinsam für die SPD gestritten, wir haben miteinander – um wieder auf die Früchte zu sprechen zu kommen: auch Erdbeeren – gegessen und den gegorenen Saft der Trauben getrunken, gelacht, viele Nächte hindurch und dann wieder miteinander gearbeitet, für Erkrath und für die Menschen und vor allem für die Kinder, für Bildung und Gerechtigkeit.

Diese Bilder, die haben wir nicht nur in unseren Köpfen, sondern vor allem in unseren Herzen und werden sie dort bewahren. Wir sind dankbar für die Zeit und die Wegstrecke mit Bringfried. 

In diesem Sinne: „Lebe wohl“, guter Freund!

 

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