Westdeutsche Zeitung: Neue Feuerwache für Erkrath

Feuerwehr-Standorte auf dem Prüfstand

Leser-Kommentare: 1

Von Madeleine Gullert

Im neuen Feuerwehr-Unterausschuss wurde auch über Alternativen für die marode Wache an der Schimmelbuschstraße diskutiert.

Diese vier Alternativen sind für eine Feuerwache im Gespräch.

GroßbildGoogle EarthDiese vier Alternativen sind für eine Feuerwache im Gespräch.

Erkrath. Ein Vorsitzender, vier mögliche Standorte, ein neues Gutachten und weiterer Ärger – das ist die Bilanz der ersten Sitzung des neuen Unterausschusses für Feuerwehrangelegenheiten.

Am Ende des Jahres, so das Ziel, soll eine Grundsatzentscheidung stehen – darüber, ob die maroden Feuerwachen neu aufgebaut oder umgebaut werden. „Ich denke, wir werden eine pragmatische Lösung finden und befürchte auch keine parteipolitischen Zankereien“, sagte Wolfgang Jöbges (CDU), neu gewählter Vorsitzender des Gremiums.

Für diese Position hatte die SPD eigentlich Bürgermeister Arno Werner vorgeschlagen – damit der Verwaltungschef bei allen Entscheidungen gleich mit im Boot sitzt. Der jedoch stellte sich nicht zur Wahl, gratulierte seinem Parteifreund Jöbges zur Wahl und verließ dann die Ausschusssitzung noch vor Vorstellung des Gutachtens der Firma „K-Plan“.

Bürgermeister Werner sorgt für Unmut in den Reihen der Feuerwehr

In den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr sorgte das für Unmut. „Da hat er der Freiwilligen Feuerwehr gezeigt, wie lieb er sie hat“, hieß es, und weiter: „Ich finde das so bitter, dass es den Bürgermeister nicht interessiert, was ein Fachmann zur Lage der Feuerwehr zu sagen hat.“

Dass er sich nicht für die Belange der Feuerwehr interessiere, dem widersprach Arno Werner tags drauf vehement: „Das Projekt Feuerwache hat oberste Priorität.“ Die rund 15 Millionen Euro müssten investiert werden, da führe kein Weg dran vorbei. „Das Projekt steht nicht infrage.“ De facto aber kannte Werner das Gutachten schon. „Ich behalte dieses Großprojekt im Auge und bin stets informiert, aber ich muss mich nicht mit kleinen Details befassen, deshalb habe ich mich nicht zum Vorsitzenden wählen lassen“, erklärt er sich.

Gutachter soll prüfen, was am alten Standort möglich ist

Ein Gutachten soll prüfen, ob an der Schimmelbuschstraße (1) eine neue Wache gebaut werden kann. Für den Standort sprechen Lage, Erreichbarkeit und Planungssicherheit.

„Die vorhandene Wache ist für die aktuelle Zahl der ehrenamtlichen und freiwilligen Kräfte zu klein“, fasste Helmuth Hentschel, Leiter des Bauaufsichtsamtes der Stadt, die wichtigsten Erkenntnisse des 60 Seiten umfassenden Gutachtens der Firma „K-Plan“ zusammen.

„Ein Gutachter muss jetzt prüfen, ob es möglich ist, an dem alten Standort eine neue, erweiterte oder umgebaute Wache zu errichten“, sagt Wolfgang Jöbges. „Der Standort ist ja nicht der Schlechteste.“ Auch die BmU und Bauaufsichtsamtsleiter Hentschel sprechen sich für eine Prüfung des Standorts Schimmelbuschstraße aus: „Die Wache liegt strategisch günstig.“ In zwei Monaten könnte das Gutachten fertig sein.

Als mögliche Standorte für eine neue Feuerwache wurden im Ausschuss die Neanderhöhe, das Cleverfeld und das Kleine Bruchhaus ins Gespräch gebracht – nur für den Fall, dass der aktuelle Standort Schimmelbuschstraße für eine neue Wache nicht infrage kommt. Schnelle Ergebnisse sind aber nicht zu erwarten. „Wenn alles sehr gut läuft, steht in fünf Jahren ein neues Gebäude“, prognostizierte Hentschel. „Wir haben viel vor uns.“

Weiter beraten wird bereits am 28. Juni, da tritt der Unterausschuss das nächste Mal zusammen.

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Leserkommentare (2)

von Kobold | 01.06.12 – 18:30 Uhr

??????

Liebe WZ warum wird eigentlich immer nur von der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) gesprochen bzw. geschrieben.
In fast allen Artikeln wird überwiegend von der FFW berichtet. Ich denke hier sollte auch mal gesagt werden das dort auf der Erkrather Wache Menschen arbeiten und mit dem BERUF FEUERWEHRMANN ihren Lebensunterhalt verdienen.
Glauben die Leser wirklich der Rettungswagen wird von der FFW besetzt???
Glauben die Leser wirkich jeder Mülltonnenbrand wird von der FFW gelöscht???

In 90% aller Hilfeleistungen und Feuerwehreinsätzen sind Hauptamtlich Beschäftigte Feuerwehrleute beteiligt.

Ich finde es schon sehr komisch das dann immer nur die FFW in den Mittelpunkt rückt.
Man bekommt langsam den Eindruck das Hauptamtliche Kräfte nur eine Art 2 Wahl innerhalb der Feuerwehr sind.

MFG Kobold

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von Detlef Ehlert | 02.06.12 – 04:19 Uhr

Feuerwehr

Lieber Kobold,
warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym? Wenn Sie al Feuerwehrmann/frau hier in unserer Stadt Dienst tun, haben Sie doch überhaupt keine Veranlasung dazu, etwa zu verbergen. Im Gegenteil: Alle Menschen hier achten Ihre Arbeit und schätzen Sie sehr wohl auch persönlich. Dennoch gibt e einen Unterschied zu den Mitgliedern der Freiwilligen Wehr. Sie werden für Ihren Dienst und Ihren Einsatz als hauptberufliche Kräfte bezahlt. Die Mitglieder der freiwilligen Wehr machen ihren Job zusätzlich zu ihren sonstigen beruflichen Tätigkeiten im Dienst der Allgemeinheit…. Übrigens wie viele Ihrer KollegInnen auch, die niucht nur beruflich bei der Feuerwehr ind, sondern zusätzlich auch freiwillig bei einer Wehr tätig sind. ie vielleicht auch, lieber Kobold? Sonst sind sie hiremit herzlich dazu eingeladen?
Im Übrigen bauen wir eine neue Wache natürlich vor allem auch für diejenigen, die darin rund um die Uhr arbeiten, für u.a. Sie also, das ist doch gar keine Frage….!

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