Wie geht es mit der Bavierschule weiter?

In Erkrath tobt wieder eine heftige Auseinandersetzung um die künftige Grundschullandschaft. Im Ortsteil Alt-Erkrath soll das in diesen Tagen – vom 27. bis 29. Oktober – statt findende Anmeldeverfahren für die drei Grundschule erweisen, welche der drei Schulen unbestritten eigenständig fort geführt werden kann. Ob die Bavierschule erneut die Mindestzahl von 18 Kindern für einen ersten Jahrgang im Schuljahr 2011/12 aufweisen kann oder nicht, ist dabei zentrale Voraussetzungen für alle weiteren Entscheidungen.

Ich will hier meine Meinung zum Thema vor allem im Dialog mit Menschen exemplarisch aufzeigen, mit denen ich mich darüber schriftlich, per Mail, ausgetauscht habe. 

Der Schriftwechsel wird daher eins zu eins wiedergegeben, Fehler in der Rechtschreibung oder Mängel in der optischen Gestaltung bitte ich nachzusehen.

Und hiermit geht es los:

Oder umgekehrt, so habe ich das jedenfalls gemeint, lieber Herr W. Die Wahrscheinlichkeit einen Betreuungsplatz zu bekommen (und da ich Vorsitzender des Trägervereins Verlässliche Schule bin, der die 8 – 1 –Betreuung organisiert, weiß ich wovon ich rede) ist an der Bavierschule deutlich höher. Wir wollen auch keine langen Hängepartien zulassen, daher soll der Rat schon am 2. Nov. entscheiden. Die endgültige Zusage der Schulplätze erfolgt in jedem Fall erst später, so dass Bavierschulkinder im Falle der Nachmeldung an anderen Schulen nicht schlechter gestellt sein sollten.

Gruß

Detlef Ehlert

Hallo Herr Ehlert,

erlauben sie mir hierzu eine Anmerkung:

Es geht nicht darum, dass die Eltern Angst haben an der Bavierschule keinen OGS-Platz zu bekommen.

Vielmehr gibt es die Sorge, dass bei kurzfristiger Schließung der Bavierschule kein OGS-Platz mehr an einer anderen Schule zur Verfügung steht, da diese dort bereits „kurz vor einer Warteliste“ stehen.

Sie können das Risiko nicht eingehen, womöglich im Mai erst zu erfahren, dass die Schule nicht mehr existiert und dann bei Anmeldung an der Falkenschule mitgeteilt bekommen, dass die OGS Plätze dort bereits vergeben sind, da sie auf OGS Plätze angewiesen sind.

Aus dieser Sorge heraus, entscheiden sie sich dann bereits im Vorfeld für Ihre zweite Wahl und somit für eine andere Schule.

Viele Grüsse

Lars W


Von: Detlef Ehlert [mailto:detlef.ehlert@spd-erkrath.de]
Gesendet: Mittwoch, 6. Oktober 2010 14:43
An: Lars W
Betreff: Re: AW: Zukunft der Bavierschule

Hallo Herr Witzel,

Sie verfolgen die Debatte doch sicherlich nicht erst in diesem Schuljahr? Unser Problem an der Bavieschule besteht ja seit mindestens drei Jahren und es war immer die selbe Situation. Vielleicht hat sich Politik gedrückt, doch hätte sie das nicht getan, wäre die Bavierschule längst geschlossen.

Ihre Verknüpfung der Anmeldung mit dem OGS-Betrieb ist aus Ihrer Sicht bestimmt nachvollziehbar, aber für uns nicht ausschlaggebend. Alle anderen Schulen in Erkrath sind in der OGS ausgelastet und stehen zumindest kurz vor Wartelisten, weil räumlich nicht mehr Angebote gemacht werden können – außer der Bavierschule. Die Wahrscheinlichkeit einer Zusage in einer OGS-Gruppe ist also durchweg höher an der Bavierschule, was fast ein Alleinstellungsmerkmal ist – wenn sie denn weiter läuft.

Ob und wie wir die Situation noch einmal öffentlich erörtern will ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Ich sehe halt immer das Risiko, dass die Verunsicherung noch ansteigt, weil die vielen Wenns und Abers halt nicht vorher geklärt werden können.

Freundliche Grüße
Detlef Ehlert


Von: „Lars W
Gesendet: 06.10.2010 14:21:26
An: „Detlef Ehlert“ <detlef.ehlert@spd-erkrath.de>
Betreff: AW: Zukunft der Bavierschule

Sehr geehrter Herr Ehlert,

haben Sie vielen Dank für Ihre umgehende Antwort.

Wir finden es sehr interessant zu hören, dass letztlich die Eltern entscheiden was passiert. Ist natürlich vollkommen richtig, aber:

Jetzt wissen wir aus dem privaten Umfeld, dass bereits mehrere Eltern ihre Kinder an anderen Schulen anmelden, obwohl die Bavierschule aufgrund Ihres Standortes Ihre erste Wahl wäre. Das liegt einzig daran, dass diese Eltern Angst davor haben am Ende – für den Fall, dass die Bavierschule nicht mehr weiter geführt wird – in der Schule wo die Kinder dann alternativ angemeldet werden müssen, keinen OGS(Ganztags-)-Platz mehr zu bekommen!! Somit ist die Planungsunsicherheit für die Eltern am Ende entscheidend für die Schulwahl und somit ausschlaggebend für die Existenz des Standortes mitten in Alt-Erkrath und nicht der Wille der Eltern!

Wir bekommen ein wenig den Eindruck, dass die Politker darauf hoffen, dass sich so die Anmeldezahlen reduzieren lassen und keiner am Ende die Entscheidung als Partei fällt, sondern der vermeindliche „Elternwille“ die Schule zur etwaigen Schließung gebracht hat. Daher wäre es Parteiübergreifend als Stadtrat jetzt so wichtig klar Stellung zu beziehen und den Eltern JETZT klar zu machen, dass im Falle des Nichterreichens die sich von ihnen unten genannten Möglichlkeiten ergeben könnten. Die Ratssitzung Anfang November ist dafür einfach zu spät, da die Entscheidungen nun bereits zum Teil auf Unwissen- und Unsicherheiten gefällt werden. Wenn ich als Elternteil wüsste, ich kann mein Kind an der Bavierschule anmelden und habe eine Garantie für einen Platz inkl. OGS-Betreuung an einer der beiden verbliebenen Grundschulen, würde diese eine ganze andere Wirkung auf das Anmeldebild in Alt-Erkrath haben.

Vielleicht sehen sie die Möglichkeit, gemeinsam mit Ihren Genossen, das Thema nochmal öffentlich zu erläutern und gestallten. Viele Eltern und Bürger aus dem Erkrather Zentrum und Norden würden es Ihnen danken.

Mit besten Grüssen

Lars W


Von: Detlef Ehlert [mailto:detlef.ehlert@spd-erkrath.de]
Gesendet: Dienstag, 5. Oktober 2010 22:41
An: Lars W
Betreff: Re: Zukunft der Bavierschule

Liebe Familie Witzel,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Ich beneide Sie wahrlich nicht um Ihre Situation, aber ich fürchte auch, ich kann Ihnen im Moment nicht wirklich helfen. Die Entscheidung über die Zukunft der Bavierschule liegt bei Ihnen, den Eltern der jetzt anzumeldenden Kinder.

Angesichts der demographischen Veränderungen sind drei Grundschulen in Alt-Erkrath eine zuviel; rein praktisch bzw. tatsächlich sind die Johannesschule und die Falkenstraße einigermaßen stabil in ihren Anmeldezahlen; die Bavierschule aber ist notleidend. Ob und wann die Besiedlung der Neuen Mitte in Gang kommt und welche Auswirkungen das hat, lässt sich heute noch nicht verlässlich einschätzen.

 Das alles wissen Sie und Sie werden auch wissen, dass es im Rat Streit darüber gibt, wie mit dem Sachverhalt umzugehen ist. Kurzfristig kommt es auf die Anmeldungen im Oktober an. Sind es mindestens 18, wird die Bavierschule fortgeführt. Kommen nicht 18 Kinder zusammen, sollen schon am 2. Nov. im Schulausschuss und im Rat Konsequenzen gezogen werden.

SPD und BmU haben sich darauf verständigt, für den Fall einen Verbund zu beantragen, die Grünen überlegen noch, sich dem anzuschließen. Würde das beschlossen, müsste höchstwahrscheinlich ein Teil der an der Falkenstraße angemeldeten Kinder am Standort Düsselstraße beschult werden. Auch ist sehr schwierig für die Schule, den voraussichtlichen Montessoribetrieb – der übrigens anders als Sie schreiben durchaus „Regelbetrieb“ ist – an beiden Teilstandorten zu organisieren.

Werden die Zahlen deutlich unter 18 liegen, wird aus meiner Einschätzung nur eine Fusion in Betracht kommen und dann spricht vieles dafür, dass die Kinder, die an der Düsselstraße angemeldet waren, zur Falkenstraße kommen bzw. die Eltern eine ganz andere Schulwahl treffen.

So werden wir abhängig von den Zahlen das kommende Schuljahr organisieren müssen.  

 Zugleich werden wir im Rahmen des jetzt in Auftrag zu gebenden Schulentwicklungsplans untersuchen lassen, ob eine Zusammenführung beider Schulen an einem der beiden Standorte oder im derzeitigen Hauptschulgebäude möglich ist. Auch das wird – so oder so – keine einfache Entscheidung werden. Zumal das sicher bestgeeignetste Gebäude „am falschen Ort“, nämlich an der Peripherie des Ortes steht und wegen der „Fremdnutzung“ eines Teils des Gebäudekomplexes als Kindergarten auch nur begrenzt Platz für OGS-Ausweitungen bietet.

 Wir können das gern im persönlichen Gespräch vertiefen. Rufen Sie mich an, Tel. 02104-957220.

 Freundliche Grüße

Detlef Ehlert


Von: „Lars W

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrte Ratsfraktion,

meine Frau und ich stehen, so wie derzeit viele Eltern, kurz vor der Entscheidung an welcher Grundschule wir unser Kind als Erstklässler des kommenden Schuljahres 2011/12 anmelden sollen.

Leider gibt es, wie in den letzten Jahren auch, eine große Verunsicherung, was die Existenz des Standortes der Bavierschule in Alt-Erkrath angeht. Diese quälende Ungewissheit, was mit der Grundschule im Falle zu geringer Anmeldezahlen tatsächlich geschehen wird, lässt viele Eltern bereits jetzt nicht mehr frei darüber entscheiden, sondern sie sehen sich aus Gründen der Planungssicherheit gezwungen ihr Kind an einer anderen Schule anzumelden, als der am Wohnort nächsten gelegenen bzw. von der Unterrichtsform geeigneten. Das bedeutet schon jetzt das Ende der freien Schulwahl in Alt-Erkrath durch diese Hängepartie.

Dies darf so nicht sein.

Ich würde es, wie viele Eltern auch, begrüssen, wenn endlich Klarheit und Transparenz herrschen, was für diesen Fall geplant ist und welche Alternativszenarien angedacht sind. Gibt es einen Verbund unter den Grundschulen und/oder Auffangpositionen (auch hinsichtlich OGS-Plätzen), wenn die Bavierschule auf Druck der Bezirksregierung oder aufgrund mangelnder Anmeldezahlen tatsächlich schließen müsste.

Der Standort Bavierschule muss allein durch seine Lage und Einzugsgebiet mitten im Zentrum von Alt-Erkrath erhalten bleiben, da weder die Johannesschule (konfessionell) noch die Falkenschule (Montessori) einen städtischen Regelzweig anbieten und somit eine Alternative sind. Damit würde die Stadt Erkrath nicht ansatzweise halten können, was man jungen Familien in Sachen familienfreundlichkeit usw. verspricht und womit man gerne wirbt.

Ich sehe die Fraktionen und Parteien in Erkrath in der Pflicht, noch vor den Anmeldungen zur Einschulung, Ende Oktober, Klarheit zu schaffen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, damit Eltern frei die Grundschule für ihre Kinder wählen können und alle wissen woran sie sind.

Ich freue mich auf eine zeitnahe Antwort und verbleibe,

mit freundlichen Grüssen

Lars W.

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