Albert Peters besonderes Engagement für Erkrath würdigen: Stadthalle nach ihm benennen

Vor einigen Wochen hat  der Lokalanzeiger Erkrath – damals zum 1. April als Scherz gemeint –  einen Vorschlag gemacht, dass Unternehmen gegen Zahlung eines Geldbe­trages zeitweise ihren Namen mit der Erkrather Stadthalle oder dem Bürgerhaus Hochdahl in Verbindung bringen könnten.

Das war ein schöner Beitrag aus der Serie von lustigen Ideen, die Stadt von ihren Schulden zu entlasten. Früher auf den Markt gekommene Ideen dieser Art waren zum Beispiel, Eintrittsgeld für den Besuch von Ratssitzungen zu erheben (was sich gelohnt hätte für Masochisten, die sich als Wahlbürger und Mobilfunkgegner oder Neanderhöhen-Natür­schützer von der CDU und FDP hätten beschimpfen lassen wollen).  Zeitweilig war auch Bandenwerbung für die Sitzungssäle des Rates und seiner Ausschüsse hoch im Kurs.

Wenn ich aber einmal von dem Teil der Idee absehe und mich frage, warum Straßen oder Einrichtungen nach Persönlichkeiten benannt werden, bleibt als bedeutungsvoller Kern, dass mit einer solchen Benennung die Namensgeber wegen ihres Schaffens und wegen ihrer Bedeutung für unser Gemeinwesen gewürdigt werden sollen. Und natürlich ist das auch ein Beitrag zur Ortsgeschichte in dem Sinne, dass nachkommende Generationen erinnert oder neu interessiert werden sollen, sich um wichtige Persönlichkeiten der Stadtentwicklung zu „kümmern“.

Aus dem Grunde und aus meiner Heimatverbundenheit hatte ich kürzlich den Vorschlag gemacht, im Gebiet der „Neuen Mitte“ Erkraths eine Straße nach Gertrud Küppers, der CDU-Altbürgermeisterin von Erkrath, zu nennen. Der Stadtrat ist meinem Vorschlag dankenswerter Weise einmütig gefolgt.

Eine andere Persönlichkeit der Stadtgeschichte, deren Wirken überall gegenständlich wie ideell zu sehen und zu merken ist, hat bislang keine Berücksichtigung in einer entspre­chenden Form gefunden. Ich habe das daher im Gespräch mit dem Lokalanzeiger angesprochen und zur Anregung gemacht.

Mein Vorschlag ist nämlich, der Erkrather Stadthalle den Namen des ehemaligen Gemein­de- und Stadtdirektors Albert Peters zu verleihen und damit seine Leistungen und sein Engagement für Erkrath zu würdigen. Eine „Albert-Peters-Halle“ stände der Stadt gut zu Gesicht.

Albert Peters wurde im Mai 1953 zum Gemeindedirektor gewählt und trat am 15. Juni 1953 sein Amt an. Eine seiner ersten Aufgaben nach der Organisation der Verwaltung war der Aufbau von Wohngebieten durch die Stadt und die von Peters mit gegründete Wohnungs­baugenossenschaft Erkrath.

Wohngebiete wie die Siedlung an der Beethovenstr./Mozartstr., Freiheitstr./Morper Allee, Schlüterstr., Rathelbecker Weg, Falkenstr., Kalkumer Feld, Am Brockerberg, Erkrath-Nord und viele mehr sind so maßgeblich unter seiner Beteiligung auf den Weg gebracht worden.

Mit der Errichtung der Wohnungen ging einher der Aufbau des Schulsystems und der Kindergärten sowie die Entwicklung einer „Stadtmitte“ in Alt-Erkrath. Die Geschäfte auf der Bahnstr. wurden sinnvoll ergänzt um das für den kleinen Ort damals so empfundene Großprojekt der Ansiedlung von „Karstadt“. Dennoch blieb die Ortsmitte  immer das von den Erkrathern so geliebte „im Dorf“.

Auch im Sport hinterließ er seine Spuren, das gilt für seine Rolle in der Vereinsgeschichte des Tennisclubs Blau-Weiß Erkrath wie für das Sportzentrum an der Freiheitsstraße, das heutige „Toni-Turek-Stadion“, das auf seine Initiative entstand.

Mit dem Bau eines neuen Stadtteils auf der grünen Wiese in Unterfeldhaus hatten damals viele junge Erkrather endlich die Chance, in der eigenen Stadt ein Baugrundstück erwerben zu können.

Das Gewerbegebiet Unterfeldhaus galt lange Zeit als ein Vorbild für die Ansiedlung von Arbeitsplätzen in erstklassiger Lage zu den Autobahnen und als Wachstumsmotor für die Stadt.

Nicht zuletzt ist es auch Peters zähem und unermüdlichem Einsatz  zu verdanken, dass Erkrath 1975 nicht das Schicksal manch anderer Stadt teilen musste und nach Düsseldorf einverleibt wurde, sondern seine Selbstständigkeit behalten konnte.

In der neuen Stadt Erkrath übernahm Peters mit seiner vermittelnden Art auch die schwere Aufgabe, die unterschiedlich geprägten Stadtteile und vor allem die Menschen aus Hoch­dahl, Millrath, Trills und aus den neuen Wohngebieten Hochdahls mit denen aus Erkrath und aus Unterfeldhaus zusammen zu führen.

Fast schon legendär sind in solchen Zusammenhängen die Anekdoten um die Hartnäckig­keit des Wirkens von Peters: wenn er meinte, dass es darauf ankam, zog er nach Düssel­dorf ins Innenministerium, baute sich im Ministerbüro auf und erklärte, nicht eher zu gehen als der Minister ihn angehört und seinem Anliegen zugestimmt haben würde.

Noch heute schätzen viele Erkrather, die ihn persönlich oder aus seiner beruflichen Tätigkeit kannten, seine höchst pragmatische und zielbewusste Art, gepaart mit der für das Amt unerlässlichen Bürgernähe. Er war halt jemand, der sich „drum kümmerte“. Und bei vielen alten Erkrathern gilt heute noch der Satz „Unter Albert hätte es das nicht gegeben“.

Am 30. September 1982 trat Albert Peters in den Ruhestand. Es wäre doch schön, wenn der neue Stadtrat vielleicht schon in seiner ersten Sitzung kurz nach dem Jahrestag dieses Ereignisses die Stadthalle „Albert-Peters-Halle“ nennen würde.

One thought on “Albert Peters besonderes Engagement für Erkrath würdigen: Stadthalle nach ihm benennen

  • Eher durch Zufall lese ich erst heute, 19.11. ’16, von diesem Vorschlag, dem ich aus eigenem Erleben der Person und so mancher gemeinnütziger Aktivitäten des zu Ehrenden nur zu überzeugt zustimmen möchte.

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