Freiwilige Feuerwehr: Mitglieder, die sich für ihre Arbeit fit halten, sollen keinen Eintritt zahlen müssen im Neanderbad

Der Erkrather „Chef“ der Freiwilligen Feuerwehr, Guido Vogt, will es, der Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr, Dieter Heiland, unterstützt es, doch CDU und FDP mosern herum und wollen nicht. Den freien Eintritt der Mitglieder der Wehr ins Erkrather Neanderbad nämlich.

Das hatte ich jetzt im Aufsichtsrat der Stadtwerke angefragt – und es ist abgelehnt worden.

Um was es  geht: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Erkrath opfern große Teile ihrer Freizeit ehrenamtlich im Dienste der Stadt und ihrer Bürger, sie riskieren im Einsatz für das Gemeinwesen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben.

Sie müssen dafür u.a. auch viel für ihre Fitness tun, um jederzeit einsatzbereit zu sein und sich den Belastungen des Dienstes aussetzen zu können.

Einen kleinen Beitrag der Anerkennung des Engagements und der finanziellen Unterstützung des Sport-Trainings der Feuerwehrleute leisteten Stadt und Stadtwerke früher dadurch, dass die Mitglieder der Wehr freien Eintritt in die Schwimmbäder der Stadt hatten. Diese Vergünstigung ist leider mit der Eröffnung des Neanderbades durch die Stadtwerke weggefallen.

Ich hatte deshalb angeregt, dass der Geschäftsführer diese positive Subvention wieder einführen möge und die Wehrleute unentgeltlich das Schwimmbad nutzen lassen solle. Doch das lehnt der ab. In der Debatte dazu erfanden auch Sprecher der CDU immer neue „Gründe“, warum das alles nicht ginge, da könnten ja auch Krankenschwestern kommen und dieses Recht für sich und ihre wertvolle Arbeit verlangen, war zu hören.

Doch ich bleibe dabei: Was die Feuerwehrleute für die Menschen in Erkrath, für die Stadt, tun, ist schon etwas ganz Besonderes und deshalb solltet es auch besonders gewürdigt werden. Etwa durch freien Eintritt ins Neanderbad.

Weil das weder Geschäftsführung noch die Mehrheitsfraktionen im Aufsichtsrat positiv aufnehmen wollten (bei einem in der selben Sitzung beschlossenen Jahresgewinn des Unternehmens von rund 2,5 Millionen Euro…) habe ich beantragt, dass das Thema in einem entsprechenden Tages­ord­nungspunkt in der nächsten Auf­sichts­ratssitzung behandelt wird.

Heute steht das Thema im Aufsichtsrat also auf der Tagesordnung – nachdem vom Aufsichtsratsvorsitzenden (CDU…) und der Geschäftsführung zunächst „vergessen“ worden war, den Punkt trotz mehrmaliger Beantragung vorzusehen und ich das dringend anmahnen musste. Nach Presseinformationen wird die CDU-FDP-Mehrheit bei ihrer Ablehnung bleiben. Die Feuerwehrleute spielen für diese Fraktionen keine besondere Rolle, lese ich daraus. Und in der WZ steht, die „Betroffenen“ aus der Feuerwehr wollten eine solche Ehrung gar nicht (www.wz-newsline.de/?redid=605419). Und die WZ hat immer recht, nicht? Na, mal sehen, wie das ausgeht. Ob das Ehrenamt nun was gilt oder nicht, ob die Freiwillige Feuerwehr nun gewollt ist oder nicht, das kann der Aufsichtsrat, das kann die Politik mit einer solchen Geste wie dem freien Eintritt ins Neanderbad leicht unter Beweis stellen…

3 thoughts on “Freiwilige Feuerwehr: Mitglieder, die sich für ihre Arbeit fit halten, sollen keinen Eintritt zahlen müssen im Neanderbad

  • Ich bin nicht der Auffassung von Herrn Dieter K., dass alle Ehrenämter aus Prinzip gleich Bewertung erfahren sollten. Warum sollte es nicht legitim sein, besonders gefahrvolles Engagement zusätzlich zu honorieren? Die von Herrn K. zitierte dienstabhängige Aufwandsentschädigung steht dem meiner Meinung nach nicht entgegen, zumal sie nach meiner Kenntnis nicht speziell auf den Gefahrenaspekt abhebt.
    Im übrigen ist die Einstellung der (noch) herrschenden Mehrheit zu diesem Thema für gutwillige, hilfsbereite und gemeinschaftsorientierte Bürger überhaupt nicht nachvollziehbar. Es wird wirklich höchste Zeit für den Wechsel.

  • Es ist halt wie immer bei uns in Erkrath!
    Anstatt mal etwas zurück zu geben wird wieder diskutiert und debattiert.
    Die, die so denken, haben immer noch nicht verstanden, dass ohne das Ehrenamt sehr viele Einrichtungen überhaupt nicht mehr existent wären.
    Eigentlich bedarf es da keinerlei Diskussion, schon gar nicht wenn wie hier über ein Ehrenamt diskutiert wird, das nicht direkt den sportlichen oder kulturellen Erfolg sucht sondern Hab und Gut jedes einzelnen Bürgers schützen und darüber hinaus lebensrettende Aufgaben wahr nimmt. Dass sie dabei sich selber sogar teilweise in Lebensgefahr bringen, verdient unser aller höchsten Respekt.

  • Lieber Herr Ehlert,

    Ihr Engagement für die Brandschützer in allen Ehren. Sicherlich erfüllt die Feuerwehr eine wichtige Funktion und leistet vermutlich im Extremfall mehr als andere Ehrenamtler. Muss sie deswegen bevorzugt werden? Der freiwillige Dienst am Menschen gehört ja irgendwie schon zum Selbstverständnis der Truppe.

    Es ist ja schon eine Frage der Gleichheit. Schätzt die Stadt alle Ehrenamtler oder nur die einen?

    Des weiteren erhalten die Mitglieder der Feuerwehr nach meinem Kenntnisstand eine dienstabhängige Aufwandsentschädigung. Die kann doch für Dinge wie das Schwimmbad ausgegeben werden. So subventioniert die Stadt dann doch den Dienstsport der Freiwilligen.

    Übrigens: In der WZ steht keinesfalls, dass die Feuerwehr diese „Ehrung“ nicht wolle. Da ist doch bloß ein namenloses Löschzugmitglied zitiert, dass 1.) seine persönliche Sicht der Dinge wiedergibt und 2.) sich in keinster Weise in der Art äußert, wie Sie angeben. So viel Genauigkeit muss schon sein wenn Sie mich fragen.

    Gruß

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *