Aus der Arbeit der Zukunftswerkstatt: Unterfeldhaus nicht vergessen!

„Sehr geehrter Herr Ehlert,

heute haben wir mit Interesse über die Zukunftswerkstatt in der Rheinischen Post gelesen, dass Sie sich für vom Bürger empfundene Mißstände in Erkrath interessieren und einsetzen wollen.

Wir wohnen seit fast 30 Jahren in Unterfeldhaus und leben gerne hier. Allerdings gibt es einige Dinge, die uns nachhaltig stören. Z.B. vom Neuenhausplatz kommend ist die linke Seite des Millrather Weges für Fußgänger an vielen Stellen nur schwer passierbar. Hier ist ein derartiger Überwuchs von den Grundstücken, dass man nur mit eingezogenem Kopf den Bürgersteig nutzen kann. Das ärgert uns jeden Tag! Fahren wir dann mit dem Auto vom Neuenhausplatz über den Millrather Weg nach Hause (Gottfried-Keller-Str.) so ärgern wir uns immer wieder, dass die rechte Fahrbahnseite fast gänzlich durch parkende PKW blockiert ist. Somit stehen nur 1 1/2 Fahrstreifen zur Verfügung, was bei einer so stark befahrenen Straße immer wieder zu Behinderungen führt. Der Millrather Weg bietet ja im hinteren Bereich auf der anderen Seite ausreichend Parkbuchten, die jedoch leer stehen und stattdessen die Fahrzeuge auf der Fahrbahn.

Das größte Ärgernis aber ist eine Situation am Neuenhausplatz. Er wurde so schön mit neuer Bepflanzung und Bänken gestaltet. Gerne würden wir dort einmal mit einem Eis oder nach dem Einkaufen auf den Bänken verweilen. Schließlich wurden ja hierfür auch Steuergelder sinnvoll verwendet. Allerdings ist dieser Bereich seit Fertigstellung durch unseren Stadtstreicher ständig besetzt. Er verbringt seine Tage auf der Bank sitzend, sodass kein Bürger Lust hat, in dem Gestank und bei dem Anblick, dort zu verweilen. Das ist nicht auszuhalten. Seine Habseligkeiten hat er unter der Überdachung an der Kreissparkasse fest deponiert. Für uns ist das kein Zustand! Da müßte seitens der Stadt Abhilfe geschaffen werden, denn es kann nicht Ziel gewesen sein, dem Obdachlosen hier eine bequeme Bleibe zu schaffen mit unserem Geld.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie einmal mit offenen Augen und Ohren durch unseren Stadtteil gehen würden und wir sehen könnten, dass einige der Mißstände behoben werden. Dann wüßte man wenigstens, welche Person und Partei sich kümmert.

Wir danken Ihnen im voraus und wünschen Ihnen für die Wahl alles Gute!“

Unterfeldhauser Bürger

5 thoughts on “Aus der Arbeit der Zukunftswerkstatt: Unterfeldhaus nicht vergessen!

  • dieser „stadtstreicher“ lebt nun seit längerem am neuenhauser platz. noch NIE hat er jemanden angesprochen, gebettelt , war betrunken oder hat sonst irgendwie „gestört“. natürlich ist sein geruch nicht angenehm und sein äusseres entspricht keiner norm, aber ich weiss, das sich sonst niemenand an ihm stört. er ist immer freundlich und auch bereit „platz zumachen“ er geht den meisten menschen aus dem weg.
    ich finde diese äusserungen über einen menschen mit schicksal absolut unpassend. wünscht er, dass ihm geholfen wird, soll man ihm helfen. ansonsten liebe leute: bitte lasst ihm dieses zuhause !
    ein, zwei schicksalstreffer und es kann uns nicht besser gehen… das ist (nach meiner erfahrung) bildungs-und standesunabhängig. denkt da mal drüber nach ! auch wenn es absurd erscheint ..

  • Hallo
    ich kann Ihrer Argumentation sehr gut folgen und finde diese schlüssig und fair.
    Bis auf eines: unseren Stadtstreicher.
    Haben Sie sich einmal mit ihm unterhalten? Er ist freundlich und nett, er grüßt und lächelt auch zurück.
    Natürlich ist sein „Geruch“ nicht angenehm und auch an mir geht dies nicht „spurlos“ vorbei.
    Aber Ihm deshalb einen Unterschlupf zu verweigern und eine Bank zu verbieten, weil diese von Steuergeldern bezahlt wurden, halte ich für unangemessen.
    Ich für meinen Teil habe Ihn noch nie betteln, Passanten belästigen oder trunken gesehen.
    Meist hält er sich sogar zurück.
    Viel schöner und menschlicher fände ich es, wenn man Ihn einfach fragt, ob er vielleicht aufsteht, weil man sich ausruhen möchte. Oder vielleicht Ihm eine Dusche und etwas zu Essen anbietet und er dafür den Rasen mäht oder Fallobst aufsammelt, welches er behalten darf…. Es gibt hunderte Möglichkeiten.
    Verständlich ist auch Ihre Beschwerde, dass er seine Habseligkeiten neben der Sparkasse aufbewahrt. Ein etwas unauffälligeres, trockenes Depot wäre durchaus sinnvoll.
    Gruß
    Karsten Fischer

  • Sehr geehrter Herr Ehlert,

    das ist ja toll, wie schnell Sie sich unserer Anregungen angenommen haben! Vielen Dank!

    Gerne können Sie die Mail auf Ihrer Internetseite veröffentlichen.

    Auch wären wir gerne morgen zum Neuenhausplatz gekommen, nur ist das leider aufgrund unserer Arbeitssituation nicht möglich. Aber Sie werden vor Ort bestimmt sehen, um was es geht.

    Die Situation Millrather Weg ist aus der Sicht der Rasereieinschränkung sicherlich richtig, nur muss man sich manchmal wundern, dass nicht mehr Unfälle passieren bei der eingeschränkten Fahrbahn. Dass der Schul- und Kindergartenbereich keine 30-Zone ist, grenzt ja schon fast an einen Schildbürgerstreich. Die muss wohl schnellstens durchgesetzt werden.

    Es ist wohl an der Zeit, dass Erkrath von „sehenden“ Menschen geführt wird!

  • Hallo,

    vielen Dank für Ihr Schreiben. Darf ich es auf meiner Internetseite veröffentlichen? Ich habe Ihre Anregungen an Dieter Becker, unseren SPD-Ortsvereinsvorsitzenden und Ratsmitglied, sowie an die anderen Unterfeldhauser Ratskandidaten weiter gegeben.

    Viele Ihrer Bemerkungen teilen wir uneingeschränkt und werden uns darum kümmern, so zum Beispiel um das Thema Zuwuchern des Millrather Weges. Hinsichtlich des Zuparkens großer Teile des Millrather Weges sollten wir vielleicht vor Ort einen Termin vereinbaren. Denn ich halte nicht für ausgeschlossen, dass die Raserei auf dieser Straße viel mehr zunehmen würde, wenn die Fahrbahn „freier“ wäre. Bislang konnten wir im Rat gegen die CDU/FDP nicht damit durchdringen, auf dieser Wohnstraße – oder zumindest im Berreich von Kindergarten und Schule – eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h zu erlassen, ohne „natürliche“ Hindernisse wie Autos auf der Straße würde es sicher noch „schlimmer“.

    Dieter Becker ist einer der kreativen Köpfe gewesen, die im Rahmen eines von ihm initiierten Wettbewerbs Vorschläge für eine Umgestaltung u.a. der Beete auf dem Neuenhausplatz auf den Weg bringen konnte. Dass das nun zur Heimstatt für den Stadtstreicher wird, war natürlich nicht so beabsichtigt. Das können und sollten wir ebenfalls vor Ort besprechen.

    Ich bin morgen gegen halb zehn Uhr auf dem Markt. Vielleicht sehen wir uns dort? Können Sie das einrichten?

    Freundliche Grüße
    Detlef Ehlert

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