Hilfe, „kreative Kinder“

Unter dieser Überschrift schreibt D. Willems:

„Hallo, Herr Ehlert

ich schreibe Ihnen als Mutter mit einer unbeschreiblichen Wut, in der Hoffnung, bei Ihnen ein offenes Ohr zu finden. Meinen Unmut bin ich mit den Kindern schon beim Ordnungsamt der Stadt Erkrath losgeworden, das mich seinerseits an das Tiefbauamt weitergeleitet hat.
Aber nun zur Sache:
In den Osterferien haben sechs Freunde von 13 Jahren, darunter einer meiner Söhne, in einem Trillser Grünzug eine Bude aus Brettern gebaut. Da wir schon einige Erfahrungen mit Nachbarn wegen liegengebliebener Bretter, Baumhäusern, eingeschlagenen Nägeln in Bäume, gemacht haben, sind die Kinder unsererseits mit Spielregeln und Maßnahmen konfrontiert worden. Es durften keine Nägel in Bäume geschlagen werden, Baumhäuser sind wegen Sturzgefahr verboten gewesen und auch Müll wurde von den Kids entsorgt. Ebenso wurde von den Eltern gewährleistet, dass die Bretter nach Beendigung der Bau- und Spielzeit entsorgt werden. Eine Woche lang hatten die Kinder eine ebenerdige Bude gebaut, hatten Riesenspaß und Abenteuerurlaub. Letztendlich wollten sie zur Einweihung alle Eltern einladen. Eine wirklich tolle Idee, finde ich.
Mal ehrlich, werden wir da nicht wieder an unsere Kindheit erinnert, an die Freiheiten, die wir hatten, ohne TÜV Stempel und Sicherheitsvorschriften? Kurz, nach einer Beschwerde eines Nachbarn(angeblich wegen der hohen Verletzungsgefahr und Störung von Wald und Flur) wurde die Wochenaktion der Kinder von Mitarbeitern der Stadt abgerissen. Die Kinder haben dabei hilflos und traurig zugesehen. Da prallen natürlich die Sicherheitsvorschriften und die Freude der Eltern, dass ihre Kinder noch Kinder sein dürfen frontal zusammen. Eine Lösung des Problems werden wir nicht finden, denn ich glaube, dass für betreute Abenteuerspielplätze kein Geld vorhanden ist.
Was mich bei dieser Sache besonders wütend macht ist, dass alle Welt schreit, unsere  Kinder säßen zu viel vor den Computern, eigene Spiel-und Beschäftigungsideen, wie in diesem Fall, aber im wahrsten Sinne zerstört werden.
Ich erwarte nicht, dass Sie mir zurückschreiben, aber vielleicht kurz an Ihre eigene Kinderzeit denken. Lebten wir nicht in einer heileren Welt????? 

Mit gutem Gruß

Dorothea Willems“

5 thoughts on “Hilfe, „kreative Kinder“

  • Liebe Frau Willems, Respekt für die Konsequenz, mit der Sie sich für Ihren 13-jährigen Sohn und seine Freunde einsetzen. Glückwunsch, dass Sie sich damit auch an Herrn Ehlert gewandt haben. Schade eigentlich, dass Sie zunächt Zweifel hatten, dass sich Herr Ehlert um solche „Kleinigkeiten“ kümmern würde. Schön, dass Sie nun erfahren: Ja, er kümmert sich wirklich. Erst recht um alles, was an ihn herangetragen wird. Wobei ihm die legitimen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen schon immer besonders wichtig waren. Da ergänzt er sich vortrefflich mit den örtlichen Grünen, die seiner Kandidatur zum „Bürgermeister für Alle“ dieses Mal zum Erfolg verhelfen wollen. Ich bin nun nicht der typische SPD-Wähler und gehöre auch keiner Partei an. Trotzdem (oder gerade deswegen?) bin ich überzeugt: Detlef Ehlert muß Bürgermeister von Erkrath werden. Wenn er Sie nun mit seinem konsequenten Einsatz auch für „Kleinigkeiten“ ebenfalls überzeugt: Geben Sie´s weiter, in Ihrem Familien-, Verwandten-,Bekannten-, Freundes-, Nachbarn- und vielleicht auch Kollegenkreis. Bald ist Kommunalwahl! Und eine solche Chance kommt die nächsten 5 Jahre nicht wieder. Herzlichen Gruß an Sie, Ihren Sohn und seine Freunde. Sie sollen sich nicht unterkriegen lassen! Und wissen: Es gibt Erwachsene, die für sie kämpfen!!

  • Ich habe nun die „zuständige“ Verwaltung gefragt, wie sie den Sachverhalt beurteilt. Das wird also durchaus eine Fortsetzungsgeschichte werden können…

  • Frau Willems antwortete:
    Guten Abend, Herr Ehlert, ich dachte, dass Sie sich mit so einem Kleinkram nicht unbedingt abgeben wollen und bin um so erstaunter, dass Sie sich dieser Sache annehmen wollen. Danke!

  • Warum, liebe Frau Willems, erwarten Sie nicht, dass ich Ihnen zurück schreibe? Im Ernst, wie kommen Sie darauf?
    Natürlich schreibe ich.
    Und soweit ich Ihr Anliegen verstanden habe, ärgere ich mich auch darüber – wie Sie es tun.
    Ich kümmere mich darum.
    Einstweilen viele Grüße
    Detlef Ehlert

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